{"id":6109,"date":"2016-03-18T16:04:48","date_gmt":"2016-03-18T16:04:48","guid":{"rendered":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/?product=die-fahrten-des-thor"},"modified":"2021-05-08T13:15:52","modified_gmt":"2021-05-08T11:15:52","slug":"die-fahrten-des-thor","status":"publish","type":"product","link":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/produkt\/die-fahrten-des-thor\/","title":{"rendered":"Die Fahrten des Thor"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>leider vergriffen seit Januar 09!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neue Abenteuer vom Donnergott\n<\/p>\n<p>\nvon Voenix\n<\/p>\n<p>\n2. Auflage! <br \/>224 S., ca. 30 Abb., Format: 14,8 x 21,0 cm, Broschur, ISBN 3-927940-99-2<\/p>\n<p>\nIn der Edda finden sich eine Vielzahl von Erz\u00e4hlungen um den germanischen Donnergott Thor, der hierzulande allgemein unter dem Namen Donar bekannt war.<br \/>\nDie gr\u00f6\u00dfte kultische Verehrung erfuhr diese Gottheit beim gew\u00f6hnlichen Volk, das ihn um Fruchtbarkeit f\u00fcr die Felder und Segen f\u00fcr die Eheschlie\u00dfung anrief.<br \/>\nAls \u00e4ltester und st\u00e4rkster Sohn des G\u00f6ttervaters Odin (Wotan) obliegt Thor die Sicherheit f\u00fcr Asgard, die hehren Gefilde der G\u00f6tter und Midgard, die Welt der Menschen. Bekannt f\u00fcr seinen gesunden Appetit und eine gewaltige Trinkfestigkeit, lassen ihn sein nat\u00fcrliches, aber auch j\u00e4hzorniges Gem\u00fct immer wieder in die seltsamsten Situationen geraten, in deren Lage er sich jedoch stets mit Herz und einer Portion Bauernschl\u00e4ue zu behaupten wei\u00df. Sein gewaltiger Hammer Mj\u00f6lnir leistet ihm dabei manch wertvolle Dienste, ebenso eine Reihe anderer Gestalten, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen.<br \/>\nAuf seinen zahlreichen Reisen, die ihn zumeist gen Osten, ins Land der Riesen f\u00fchren, hat er so manch wunderliche Begegnung. Neben Trollen, Riesen und anderen wilden Gesellen trifft er auf grimmige Berserkerweiber, Nachtalben, Zwerge, verlockende Sirenen und mu\u00df sich nicht zuletzt als Schweinehirt verdingen.<br \/>\nEin unterhaltsames und spannendes Lesevergn\u00fcgen f\u00fcr alle, die es lieben, den G\u00f6ttern unserer Vorfahren in einem m\u00e4rchenhaften Rahmen zu begegnen, welcher die alten Saiten zum Klingen bringt, und in dem auch derber Witz und eine Prise Erotik nicht zu kurz kommen.\n<\/p>\n<p>\nDer Brautlauf (gek\u00fcrzt)\n<\/p>\n<p>\nObwohl sich der Ostermond bereits ank\u00fcndigte, lag \u00fcber der Landschaft noch immer das dichte, wei\u00dfe Laken der G\u00f6ttin Frigg, die in vielen Gegenden ebenfalls unter dem Namen Fru Freke, Holle oder Hulda verehrt wurde. Heuer schien sie es mit ihrer G\u00fcte etwas zu gut zu meinen, denn auf Wiesen, \u00c4ckern und Weiden deutete nichts im geringsten darauf hin, da\u00df in K\u00fcrze die ersten Knospen von Birke und Erle aufgehen sollten.\n<\/p>\n<p>\nEs war ein strenger Winter gewesen, den einige Tiere und auch Bewohner des kleinen Dorfes, das in einem windgesch\u00fctzten Tal lag, nicht \u00fcberlebt hatten. Die K\u00fche, Schweine und Schafe, die mit den Menschen unter einem Dach lebten, um sich gegenseitig W\u00e4rme und Schutz zu spenden, waren bis auf die Rippen abgemagert und manche von ihnen waren bereits so schwach und kraftlos, da\u00df man sie bald auf die Weiden ziehen oder tragen mu\u00dfte, sollten sie nicht elendig eingehen. Doch der lang ersehnte Fr\u00fchling lie\u00df weiter auf sich warten und es gab wohl keinen unter ihnen, der nicht schon inst\u00e4ndig zu den G\u00f6ttern gefleht h\u00e4tte. Nicht viel war mehr vorhanden, von dem man den G\u00f6ttern h\u00e4tte opfern k\u00f6nnen, und da man ob dieser Dinge machtlos war, kamen die Bewohner, alte wie junge, jeden Abend in dem gro\u00dfen Haus ihres Sippenf\u00fchrers zusammen, wo man sich die abendlichen Stunden mit Trost spendenden Liedern und Geschichten am Feuer vertrieb.\n<\/p>\n<p>\nWie ein kleiner Segen erschien den Menschen, als eines Mittags ein fahrender Skalde ihr Dorf aufsuchte und um Herberge und eine Mahlzeit bat. Von allen Seiten str\u00f6mte man zusammen und bestaunte den Fremden mit jener unverhohlenen Neugier, die sich nach einer langen, eint\u00f6nigen Winterzeit danach verzehrt, endlich Neuigkeiten aus den \u00fcbrigen Winkeln der Welt zu erfahren. Dementsprechend gro\u00df war die Spannung in den ger\u00f6teten Gesichtern abzulesen, als man sich am Abend erneut aneinander kauerte und ungeduldig darauf wartete, was der Skalde zum besten geben w\u00fcrde. Dieser befand sich bereits im betagteren Alter, so da\u00df sicherlich manch erlebte und ersonnene M\u00e4r \u00fcber seine Lippen kommen w\u00fcrde. Um den willkommenen Gast in die richtige Stimmung zu bringen, hatte ein jeder der Einwohner etwas Gutes von den letzten Vorr\u00e4ten zusammengetragen. Doch zum Erstaunen aller lehnte dieser dankend ab und begn\u00fcgte sich lediglich mit etwas Honigwein und einem bescheidenen Kanten Brot.\n<\/p>\n<p>\nAls er sein sp\u00e4rliches Mal unter den hungrigen und erwartungsvollen Blicken der Anwesenden endlich beendet hatte, schaute er zufrieden in die Runde und fragte gedehnt, von welchen Begebenheiten man nun allgemein zu erfahren w\u00fcnsche. Diese und jene Frage wurde gestellt und nach bestem Gewissen beantwortet, bis ein junger Bursche lautstark dazwischen rief, weshalb denn der Fr\u00fchling dieses Jahr nicht kommen wolle? Der alte Skalde nickte l\u00e4chelnd und erkl\u00e4rte, da\u00df dies nichts ungew\u00f6hnliches sei, doch um diese Frage zu beantworten, m\u00fcsse man in die hohen Gefilde der G\u00f6tter blicken, deren Wirken und Gutd\u00fcnken seit jeher die Gezeiten bestimmen w\u00fcrden. Allgemeines, ehrf\u00fcrchtiges Schweigen setzte ein, und dann bekam die Stimme des Fremden jenen ruhigen und angenehmen Unterton, den schon die Kleinsten lieben, wenn Vater oder Mutter vor dem Schlafengehen zu einer neuerlichen Geschichte anheben.\n<\/p>\n<p>\n\u201cNicht einmal die \u00c4ltesten unter euch werden sich an jene Zeit erinnern, wie der Fr\u00fchling, und damit jegliches Bl\u00fchen in der Natur, einmal fast ausgeblieben w\u00e4ren.\n<\/p>\n<p>\n\u201cOh, jetzt kommt bestimmt die Geschichte vom ungl\u00fccklichen Freyr, der sich unsterblich in die sch\u00f6ne Gerda verliebt hatte und dar\u00fcber das Wachstum der Pflanzen verga\u00df\u201d, rief eine Frau begeistert in die Runde und ihr war anzusehen, da\u00df die Aussicht auf diese M\u00e4r ihr freudig behagte.\n<\/p>\n<p>\n\u201cWir w\u00fcrden lieber eine Geschichte vom trutzstarken Thor h\u00f6ren\u201d, t\u00f6nten zwei junge M\u00e4nner dazwischen, denen der Sinn wenig nach Poetik und Liebeslyrik stand.\n<\/p>\n<p>\n\u201cOh\u201d, bemerkte der Skalde schmunzelnd und verdrehte die Augen, \u201cThor hatte mehr mit dieser Begebenheit zu tun, als mancher glauben mag, und nicht nur er alleine, auch Loki, der Listenreiche, spielte dabei eine nicht unwesentliche Rolle.\n<\/p>\n<p>\n\u201cDann kommt jetzt also doch die Geschichte vom traurigen Freyr?\u201d, wollte die erste Rednerin mit hoffnungsvoller Stimme wissen.\n<\/p>\n<p>\n\u201cNein, sie kommt nicht, oder doch, vielleicht ein bi\u00dfchen, denn sie eilt der nun folgenden Erz\u00e4hlung voraus und dient nicht unwesentlich als deren Rahmenhandlung. So will ich f\u00fcr all jene unter euch, die das Skirnirmal noch nicht kennen sollten, es in wenigen Worten zusammenfassen!\u201d\n<\/p>\n<p>\n\u201cFein\u201d, freute sich die vers\u00f6hnlich gestimmte Frau und machte es sich auf ihrem Fell wieder gem\u00fctlich.\n<\/p>\n<p>\n\u201cJedes Jahr, wenn der trauliche Sumar gegangen ist und das Laub von den B\u00e4umen f\u00e4llt, zieht sich Freyr, der Gott der Fruchtbarkeit und des Wachstums, nach Alfheim zur\u00fcck, um sich dort von den Anstrengungen seines langen Wirkens zu erholen und der wei\u00dfen G\u00f6ttin Hulda und V\u00e4terchen Frost das Feld zu \u00fcberlassen.\n<\/p>\n<p>\nNun trug es sich zu, da\u00df die oberste Wanenfamilie eines Tages zu einem Besuch in Asgard weilte und Freyr, neugierig wie er war, auf Odins Hochsitz kletterte, von dem man aus in alle Welten blicken kann. Wie sein Blick so umherschweifte, entdeckte er in J\u00f6tunheim, dem schroffen Gebirgsland der Riesen, welches im Osten liegt, eine wundersch\u00f6ne Maid. Dieses M\u00e4dchen hie\u00df Gerda und war so bezaubernd anzuschauen, da\u00df, wenn sie die Arme hob, von ihrer liebreizenden Gestalt ein helles Leuchten ausging, so da\u00df jedem Wesen in ihrer N\u00e4he das Herz zu lachen begann. Nun r\u00e4chte sich f\u00fcr den jungen Hirschgott die \u00dcberheblichkeit auf jenem Sitze des G\u00f6ttervaters Platz genommen zu haben, denn augenblicklich verliebte er sich unsterblich in das sch\u00f6ne M\u00e4dchen. Wieder zur\u00fcck in Alfheim, zog er sich v\u00f6llig in die Einsamkeit seiner dichten W\u00e4lder zur\u00fcck, sprach fortan kein Wort mehr, schlief und trank nicht l\u00e4nger und niemand wagte es ihn um Auskunft oder Rat anzugehen. Schien doch offensichtlich, da\u00df eine Verbindung zwischen einem Elfen und einer Riesin niemals die Zustimmung der \u00fcbrigen G\u00f6tter finden w\u00fcrde.\n<\/p>\n<p>\nNun mag man sich wenig daran st\u00f6ren, da\u00df ein Fr\u00fchlingsgott sich im Winter verliebt, doch als diese kalte Jahreszeit um war, und Freyr seine zeugende T\u00e4tigkeit h\u00e4tte wieder aufnehmen sollen, da erst bemerkten die G\u00f6tter, da\u00df mit Freyr etwas nicht stimmte. Man schickte seinen treuen Diener Skirnir nach ihm, dem sich der Darbende nach langem Bitten schlie\u00dflich anvertraute. Er wolle fortan nichts mehr Neues wachsen sehen, solange diese wundersch\u00f6ne Riesin ihn nicht erh\u00f6re, und er wolle selbst lieber bald sterben, als ihrer noch l\u00e4nger entbehren zu m\u00fcssen. Diese Nachricht rief bei den G\u00f6ttern allgemeine Best\u00fcrzung hervor, hing doch von Freyrs Wirken s\u00e4mtliches Erbl\u00fchen und Wachstum der Natur ab. Also erbot sich Skirnir f\u00fcr seinen bek\u00fcmmerten Herren nach Riesenheim zu reiten und dort dessen Werbung vorzutragen. Manche Gefahren hatte der getreue Diener dort zu bestehen. Zun\u00e4chst mu\u00dfte er den Bruder der Gerda \u00fcberwinden, dann bissigen Hunden trotzen, welche ein gro\u00dfes Geh\u00f6ft bewachten, das sich zu F\u00fc\u00dfen einer gewaltigen Feste befand. Schlie\u00dflich gelangte Skirnir vor die Gesuchte und bot ihr als Brautpreis eine Reihe wunderbarer Sch\u00e4tze an, welche die spr\u00f6de Riesin jedoch allesamt in den Wind schlug. Wu\u00dfte die Kluge doch, da\u00df ihr Vater es alleinig auf das selbstk\u00e4mpfende Schwert ihres Werbers abgesehen hatte. Dieser hie\u00df Gymir, war ein gef\u00fcrchteter Bergriese, und sann bereits seit langem darauf, diese Waffe in seinen Besitz zu bringen.\n<\/p>\n<p>\nSchlie\u00dflich, nach z\u00e4hem Ringen, w\u00e4hrenddem Skirnir dem M\u00e4dchen schon mit den schlimmsten Verw\u00fcnschungen gedroht hatte, stimmte Gerda zu und versprach dem treuen Diener seinen Herren in neun Tagen in einem kleinen W\u00e4ldchen zu empfangen, um diesem dort ihre Gunst zuteil werden zu lassen. Mit dieser freudigen Nachricht kehrte Skirnir unverz\u00fcglich nach Alfheim zur\u00fcck. Obgleich \u00fcbergl\u00fccklich, sprach Freyr hierauf die folgenden, wehm\u00fctigen Worte:\n<\/p>\n<p>\nLang ist eine Nacht, l\u00e4nger sind zweie wie mag ich dreie dauern?  <br \/>\nOft schien ein Monat mich minder lang Als eine halbe Nacht des Harrens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; leider vergriffen seit Januar 09! &nbsp; Neue Abenteuer vom Donnergott von Voenix 2. 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