{"id":4861,"date":"2016-03-18T16:03:30","date_gmt":"2016-03-18T16:03:30","guid":{"rendered":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/?product=die-treue-als-kern-deutscher-weltanschauung"},"modified":"2016-03-21T16:45:46","modified_gmt":"2016-03-21T15:45:46","slug":"die-treue-als-kern-deutscher-weltanschauung","status":"publish","type":"product","link":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/produkt\/die-treue-als-kern-deutscher-weltanschauung\/","title":{"rendered":"Die Treue als Kern deutscher Weltanschauung"},"content":{"rendered":"<p>von Prof. Max Wundt<\/p>\n<p>Faksimile Verlag, 1924, Frakturschrift, A5, 35 Seiten,<\/p>\n<p><b>Die Treue als Kern deutscher Weltanschauung<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>Max<br \/>\nWundt wurde am 29.1.1879 als Sohn des bekannten Psychologen und<br \/>\nPhilosophen Wilhelm Wundt in Leipzig geboren. Nach dem Studium der<br \/>\ndeutschen und klassischen Philosophie an den Universit\u00e4ten Leipzig,<br \/>\nFreiburg, Berlin, M\u00fcnchen, Stra\u00dfburg, Marburg und Jena, folgte er 1929<br \/>\neinen Ruf nach T\u00fcbingen, wo er bis 1945 lehrte. Er strab am 31. Oktober<br \/>\n1963.<br \/>\nIn der w\u00e4hrend seiner T\u00fcbinger Zeit entstandenen Schrift, setzt er sich<br \/>\nmit dem Begriff der Treue in der deutschen Geschichte und Philosophie<br \/>\nauseinander. Hier einige Textbeispiele:<br \/>\n&#8222;Die Schilderung des Volkstums aber in seinen sittlichen Bez\u00fcgen, wie<br \/>\nsie die deutsche Sage bietet, rankt sich an einem Gedanken empor, dem<br \/>\nBegriff der Treue. Es ist die Klammer, die alle Gestalten und<br \/>\nEreignisse der Sage zusammenh\u00e4lt; Treue und Untreue sind ihr gro\u00dfer<br \/>\nGegenstand&#8230;<br \/>\nEine solhce Weltanschauung konnte nur aus einem Geiste gewonnen werden,<br \/>\nder wie der Geist der Treue eine Welt des sittlichen Wertes \u00fcber der<br \/>\nnat\u00fcrlichen anerkennt. Diese Forderung, die der Gedanke der Treue<br \/>\nenth\u00e4lt, richtet sich nicht auf ihren Tr\u00e4ger selbst, sondern sie<br \/>\nrichtet sich auf sein Verh\u00e4ltnis zu andern. Treue ist nur in der<br \/>\nGemeinschaft m\u00f6glich. Denn Treue ist ein wechselsitiges Verh\u00e4ltnis:<br \/>\nTreue um Treue&#8230;<br \/>\nDies ist die Weltansicht der Treue. Sie wird in ihren Grundz\u00fcgen<br \/>\nvielleicht noch deutlicher werden durch ihr Gegenbild, die<br \/>\nWeltanschauung der Untreue. Bei dieser handelt es sich aber nicht um<br \/>\ndie tragische Untreue, die aus der Treue selber entspringt, sondern um<br \/>\ndie gemeine Untreue, welche die Treue \u00fcberhaupt nicht kennt, und deren<br \/>\nWurzel die Falschheit ist&#8230;<br \/>\nNicht der sittliche Wille des Menschen ist hier das Erste, sondern im<br \/>\nGegenteil die Selbstsucht. Sie kann wohl als die eigentliche Quelle<br \/>\naller Untreue betrachtet werden. So schildert es uns schon die sage,<br \/>\nindem sie meistens die Geldgier zum Beweggrund der Untreue macht. Der<br \/>\ntr\u00fcgerische Glanz des Goldes ist es, der den Sinn ber\u00fcckt und ihn zur<br \/>\nUntreue verleitet. Nicht mehr die lebendige Kraft des Sittlichen,<br \/>\nsondern die tote Menge des Geldes wird zum eigentlichen Gehalt des<br \/>\nDaseins. Nicht mehr der innere Wert, sondern der \u00e4u\u00dfere Nutzen gilt als<br \/>\nder obere Ma\u00dfstab&#8230;<br \/>\nDie Philosophie der Untreue ist darum in Wahrheit eine teuflische<br \/>\nWeltanschauung, die den g\u00f6ttlichen Geist aus der Welt verbannt und sie<br \/>\nzum toten Stoffgetriebe macht, die den Menschen von Gott losrei\u00dft und<br \/>\nihn in der Jagd nach Sinnengl\u00fcck in immer tiefere Gemeinheit<br \/>\nhinabst\u00f6\u00dft. Das Ende aber des vom Teufel verf\u00fchrten ist die<br \/>\nVerzweiflung. Dem Treuen ist die Krone des Lebens verhei\u00dfen, wenn er in<br \/>\nden Frieden Gottes eingeht; den Untreuen erwartet die Verzweiflung der<br \/>\nH\u00f6lle&#8230;<br \/>\nSie ist beseelt von dem Gedanken der sittlichen Pers\u00f6nlichkeit und<br \/>\nglaubt daher auch in der objektiven Wirklichkeit an das Walten eines<br \/>\nvern\u00fcnftigen Geistes. Die unechte, dem Deutschen eigentlich fremde<br \/>\nWeltanschauung trat immer dann hervor, wenn das deutsche Wesen sich<br \/>\nselber verlor und der Nachahmung des Auslandes erlag; besonders im 17.<br \/>\nund 18. Jahrhundert und dann wieder im 19., als der deutsche Geist sich<br \/>\nvon den gro\u00dfen Sch\u00f6pfungen seiner S\u00f6hne in einem unbegreiflichen Undank<br \/>\nabkehrte und die so viel oberfl\u00e4chlicheren Gedanken Westeuropas annahm.<br \/>\nDiese unechte Weltanschauung erblickt in der Wirklichkeit nur ein<br \/>\nGetreibe toter Stoffe, und daher in der gr\u00f6beren oder feineren<br \/>\nSelbstsucht das selbstverst\u00e4ndliche Verhalten des Menschen&#8230;<br \/>\nDie Untreue der G\u00f6tter f\u00fchrt nach der Sage der Edda den Untergang der<br \/>\nWelt herbei. Untreue ist die zerst\u00f6rende, Treue die aufbauende macht<br \/>\ndes Lebens. Durch den treulosen Verrat der Burgunder an Siegfried geht<br \/>\nein ganzes Volk zugrunde, w\u00e4hrend die treue Liebe der Gudrun durch alle<br \/>\nNot und Wirrnis hindurch das Gl\u00fcck der Ihrigen wieder auferbaut. So<br \/>\nhaben die beiden Geister auch in unserem Volkstum gewirkt. Was unserem<br \/>\nVolke seinen inneren Wert gab und damit allein auch seine \u00e4u\u00dfere<br \/>\nWohlfahrt dauerhaft begr\u00fcndete, ist ihm aus dem Geiste der Treue<br \/>\ngekommen. Der Geist der Untreue dagegen, mag er auch zeitweise<br \/>\ntr\u00fcgerische Scheing\u00fcter verschaffen, hat unser Volk noch immer in<br \/>\ninneres und \u00e4u\u00dferes Verderben gest\u00fcrzt. Als der treue Warner und der<br \/>\nfalsche Verf\u00fchrer ringen Treue und Untreue um den Besitz der deutschen<br \/>\nSeele.<\/p>\n<table class=\"tableinvisible\" style=\"width: 145px; height: 21px;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td class=\"tdnospace\">Autor: Dr. Wundt, Max<\/td>\n<td class=\"tdnospace\" style=\"vertical-align: middle; text-align: right;\"><a style=\"border: 1px solid red; padding: 3px; text-decoration: none; color: red;\" href=\"http:\/\/www.kyffhaeuser-faksimile-verlag.de\/detailspopup.php?mode=details&amp;entry_ID=11#\">\u00a0<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"clear: right;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.kyffhaeuser-faksimile-verlag.de\/style\/spacer.gif\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"24\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Prof. Max Wundt Faksimile Verlag, 1924, Frakturschrift, A5, 35 Seiten, Die Treue als Kern deutscher Weltanschauung Max Wundt wurde am 29.1.1879 als Sohn des bekannten Psychologen und Philosophen Wilhelm Wundt in Leipzig geboren. 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