{"id":4653,"date":"2016-03-18T16:03:17","date_gmt":"2016-03-18T16:03:17","guid":{"rendered":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/?product=vom-mythos-der-schwarzen-sonne"},"modified":"2016-10-27T15:37:58","modified_gmt":"2016-10-27T13:37:58","slug":"vom-mythos-der-schwarzen-sonne","status":"publish","type":"product","link":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/produkt\/vom-mythos-der-schwarzen-sonne\/","title":{"rendered":"Vom Mythos der Schwarzen Sonne"},"content":{"rendered":"<p>Manuskript aus der Schriftenreihe \u201eDas andere Kreuz\u201c &#8211; Schriften f\u00fcr esoterische Forschung, OSTARA, Wien<br \/>\nvon Rudolf J. Mund<br \/>\nFaksimile, ca. 50 Seiten, geheftet, DIN A5<\/p>\n<p>myway schreibt dazu:<\/p>\n<p>Anmerkungen Frau Gabriele Winckler-Dechends zu Karl Maria Wiligut, Otto Rahn und der Schwarzen Sonne:<\/p>\n<p>Frau Winckler, Sie haben Oberst Wiligut noch pers\u00f6nlich gekannt. \u00dcber welchen Zeitraum waren Sie im Stab des Reichsf\u00fchrers-SS Mitarbeiterin dieser umstrittenen Pers\u00f6nlichkeit?<\/p>\n<p>GW: Oberst Wiligut war schon vor 1933 mit meiner Mutter befreundet, die sich sehr f\u00fcr dessen Traditionen interessierte, deshalb auch des \u00f6fteren zu ihm nach Morzg fuhr, wo Wiliguts nach dem Ersten Weltkrieg ein kleines H\u00e4uschen mit Garten besa\u00dfen, den er selbst anbaute, um seine Familie durchzubringen. Als der Oberst durch seine Beziehungen zu Sch\u00f6nerer und Lueger in \u00d6sterreich Verfolgungen ausgesetzt war &#8211; das mu\u00df 1933 gewesen sein -, bot meine Mutter ihm an, zu uns nach Konstanz zu kommen, um sicher zu sein. Kurz darauf schrieb Wiligut, da\u00df er auf einer Tagung der Nordischen Gesellschaft in Detmold Himmler kennenlernte, der sich au\u00dferordentlich f\u00fcr seine Tradition interessiert und ihm angeboten habe, zu ihm nach M\u00fcnchen zu kommen, wo in einem kleinen B\u00fcro Major Suchsland und Herr Feichtenbeiner wohl an \u00e4hnlichen Problemen arbeiteten. Bald danach besuchte uns der Oberst mit seinem ersten Adjutanten, Max Rieger. Wir machten zusammen kleinere, f\u00fcr mich h\u00f6chst interessante Exkursionen. Unterwegs fragte Wiligut mich, &#8211; er hatte wohl mein gro\u00dfes Interesse bemerkt &#8211; ob ich nicht als seine Vizetochter zu ihm kommen wolle, da seine T\u00f6chter &#8211; die eine verheiratet, die andere im Studium &#8211; unabk\u00f6mmlich waren. Er m\u00fcsse allerdings erst Himmler um Erlaubnis fragen. Nat\u00fcrlich stimmte ich begeistert zu, und es traf nach seiner R\u00fcckkehr nach M\u00fcnchen auch sehr bald ein Telegramm ein, da\u00df ich kommen solle. Ich zog zu ihm nach Bogenhausen, von wo wir als erstes zum Parteitag fuhren &#8211; meine Schwester und seine j\u00fcngere Tochter durften mit; ein unverge\u00dfliches, gro\u00dfes Erlebnis f\u00fcr uns alle. Anfang November wurden wir an das Rasse- und Siedlungsamt nach Berlin als eigene Abteilung versetzt.<\/p>\n<p>Welches Charakterbild gewannen Sie von Wiligut?<\/p>\n<p>Damals war der Oberst f\u00fcr mich unbestritten eine ganz bedeutende Pers\u00f6nlichkeit, was er oft bewiesen hat &#8211; doch davon sp\u00e4ter. Der Oberst ver\u00e4nderte sich &#8211; zu unser aller Leidwesen &#8211; erst ganz allm\u00e4hlich. Meine Mutter vermutete, da\u00df es ihm rein k\u00f6rperlich wohl nicht bekomme, da\u00df ihm jeglicher Stein aus dem Weg ger\u00e4umt wurde, damit er ungest\u00f6rt arbeiten k\u00f6nne, so da\u00df das ungewohnte &#8222;Nichtstun&#8220; wohl eine langsame Verkalkung bewirkte. Das mag zu seiner sp\u00e4teren, umstrittenen Lage beigetragen haben, und fiel uns, die wir ihn von fr\u00fcher kannten, nat\u00fcrlich auf. Schlie\u00dflich hat man ihn sogar als Scharlatan angesehen. Das war aber erst nach meiner Zeit, obwohl sein eigenartiges Verhalten damals schon begann, was schlie\u00dflich auch mein Ausscheiden bewirkte. Sobald ich das Haus abends verlie\u00df, fing er schon an zu trinken, weshalb Himmler mich immer wieder bat, zu bleiben, obwohl ich durch die gegen mich einsetzenden Intrigen (wohl bewirkt durch meine Sonderstellung) \u00f6fter gebeten hatte, mich zu entlassen. 1936 &#8211; im Mai oder Juni, soviel ich mich erinnere &#8211; kehrte ich dann mit Himmlers ausdr\u00fccklicher Bewilligung nach Hause zur\u00fcck. Bis zu meiner Heirat habe ich dort, zusammen mit meiner Mutter, weiter f\u00fcr Himmler gearbeitet; meine Mutter sp\u00e4ter auch unter Professor W\u00fcst f\u00fcr das &#8222;Ahnenerbe&#8220;.<\/p>\n<p>Mitunter wird Wiligut &#8211; neben einer besonderen Bef\u00e4higung auf parapsychologischem Gebiet &#8211; auch nachgesagt, einen eigenst\u00e4ndiger, besonders aufschlu\u00dfreichen Runenschl\u00fcssel besessen zu haben?<\/p>\n<p>Wiligut soll parapsychologische F\u00e4higkeiten gehabt haben? Davon wei\u00df ich nichts, habe auch nie etwas davon gemerkt. Was ich vom Runenschl\u00fcssel des Oberst wei\u00df, habe ich &#8211; unter meinem M\u00e4dchennamen: Gabriele Dechend &#8211; in HAGAL (#4\/1935) ver\u00f6ffentlicht. Mit diesem Runenschl\u00fcssel gelang uns die L\u00f6sung mancher sonst unverst\u00e4ndlichen Runeninschrift. Ich erinnere mich noch, da\u00df wir in der Zeitschrift des Johannes v. Leers (NORDISCHE WELT\/Leipzig, etwa 1935) eine Urneninschrift nur mit den gew\u00f6hnlichen Futhark-Schriftzeichen \u00fcbersetzt fanden, von Krause vermutlich, die v\u00f6llig unsinnig war, aber eine tiefe Bedeutung erhielt, nachdem ich sie mit den Runensymbolen des Oberst \u00fcbersetzte. Ich schrieb dies an Leers, der mich, sehr \u00fcberrascht, sofort in Berlin aufsuchte und mich als Mitarbeiterin zu gewinnen suchte, was ich aber ablehnte, da das Wissen ja nicht von mir stammte. \u00dcber die Runen habe ich auch einige Male in der Zeitschrift NORDLAND (Magdeburg) geschrieben&#8230;<\/p>\n<p>Der angesprochene HAGAL-Artikel aus Ihrer Feder beeindruckt durch die klare Veranschaulichung des symbolischen &#8222;Gekreuzigtseins in die Materie&#8220; (MAN und THORN unter dem Got-Auge!). In exoterischen Vorstellungen vom Wuotanismus neigt man ja mitunter dazu, diesen Zusammenhang \u00fcbersehen zu wollen. Hier dr\u00e4ngt sich die Frage auf, ob Wiligut Kenntnis von den Arbeiten Guido von Lists besa\u00df. Kirchhoff soll zum Beispiel behauptet haben, der Oberst habe List gar nicht gekannt. War Wiligut mit dem List&#8217;schen Religionssystem als solchem bereits vertraut, als er &#8211; nach Mund &#8211; 1937 von Himmler mit &#8222;Wuotanismus&#8220;-Forschung beauftragt wurde? K\u00f6nnen Sie etwas zur Kl\u00e4rung der Frage beitragen, von wem das Runenmuster f\u00fcr den Totenkopfring entworfen wurde?<\/p>\n<p>Wiligut hat in meinem Beisein nie von einem List&#8217;schen Religionssystem gesprochen. Davon h\u00f6re ich zum ersten Mal. Auch von einem Auftrag Himmlers an Wiligut, den Wuotanismus zu erforschen, war mir nichts bekannt. Das soll aber 1937 gewesen sein, als ich schon nicht mehr in Berlin war. Da\u00df Wiligut das Runenmuster f\u00fcr den SS-Totenkopfring entworfen habe, h\u00f6rte ich erst vor kurzem, halte es aber f\u00fcr m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die uns zug\u00e4nglichen Jahrg\u00e4nge 1934 und 1935 von HAGAL enthalten einige Wiligut-Arbeiten, die von einem redaktionellen Kommentar eingeleitet wurden, der zwei uralte, miteinender seit Urtagen verfeindete Sippen von Wissenstr\u00e4gern erw\u00e4hnt. Die Wiliguts (Irminen) und die Lauterer (Wuotanisten). Nach Angaben G\u00fcnther Kirchhoffs soll Wiligut Ernst Lauterer als &#8222;englischen Agenten&#8220; angeschw\u00e4rzt und damit ins KZ gebracht haben. Wissen Sie etwas dar\u00fcber? Lauterer wurde von Mund auch mit dem Verschwinden des List-Manuskripts &#8222;Armanismus und Kabbala&#8220; in Verbindung gebracht, ferner mit einem angeblichen Interesse des Secret Service f\u00fcr jenen Gotenstock Wiliguts, der u.a. bei Trauungen zum Einsatz gekommen sein soll. K\u00f6nnen Sie diesen Stock n\u00e4her beschreiben? Wissen Sie etwas \u00fcber dessen Herkunft oder Verbleib?<\/p>\n<p>Zu diesen Fragen kann ich nicht viel sagen. Von einem Kampf zwischen Wuotanisten und Irminen habe ich nie geh\u00f6rt. Auch scheint es mir unsinnig, da\u00df der Oberst als &#8222;Irmine&#8220; die Wuotanisten bek\u00e4mpft und Ernst Lauterer an Himmler verraten h\u00e4tte, um ihn ins KZ zu bringen, weil dieser Armane war. Wir haben von Wiligut \u00fcber die Armanen nur erfahren, da\u00df sie einem ganz besonders edlen Stamm angeh\u00f6rt und ihre wichtigen Aufgaben gehabt h\u00e4tten&#8230; Was den &#8211; vom Gro\u00dfvater \u00fcber den Vater vererbten &#8211; Gotenstock des Oberst angeht: Er war sehr sch\u00f6n gearbeitet, wahrscheinlich &#8211; der Farbe nach &#8211; von edlem Holz; der goldene Knauf stellte, wenn ich mich recht entsinne, einen Kopf dar. Wiligut benutzte ihn aber nicht als St\u00fctze beim Gehen, sondern trug ihn nur immer bei sich, wobei auffiel, da\u00df er ihn manchmal in f\u00fcr mich sehr geheimnisvoller Weise benutzte, zum Beispiel bei unserem ersten Besuch in Goslar, einer f\u00fcr ihn besonders bedeutungsvollen Stadt, wo er im Vorbeigehen dreimal an den Brunnen klopfte, wohl im Glauben, da\u00df ich es nicht bemerkt h\u00e4tte &#8211; denn er sagte nichts, und ich fragte aus Scheu auch nicht danach. Da\u00df der Oberst aber vieles wu\u00dfte, was uns allen verborgen war, hat er gerade bei diesem Besuch in Goslar auf recht \u00fcberraschende Weise bewiesen. Das war ein recht eigenartiges Erlebnis&#8230;<\/p>\n<p>Erz\u00e4hlen Sie ruhig, wenn Sie dar\u00fcber reden m\u00f6chten&#8230;<\/p>\n<p>Der Oberst hatte uns schon fr\u00fcher erz\u00e4hlt, da\u00df die Klus bei Goslar eine gro\u00dfe Bedeutung gehabt h\u00e4tte f\u00fcr die &#8222;Zigeuner&#8220;, deren &#8222;heimlicher K\u00f6nig&#8220; er selbst gewesen sein soll, wie vor ihm andere ungarische Magnaten. Er erz\u00e4hlte uns von deren neun &#8222;Geboten&#8220;, die aber uralte Symbole seien und nichts mit den &#8222;10 Geboten&#8220; der Bibell zu tun h\u00e4tten. Die einzelnen Bedeutungen dieser &#8222;Gebote&#8220; wei\u00df ich nicht mehr. Ich wei\u00df nur, da\u00df wir alle, die wir mit ihm zur Klus gingen: Frau Darr\u00e9, Frau v. Rheden, Annemarie K\u00f6ppen und ich (ob Frau v. Kanne dabei war, wei\u00df ich nicht mehr), recht zweifelten an dem Geh\u00f6rten. Als wir dann auf der Klus waren, zeigte die junge F\u00fchrerin uns aber Leuchter, auf denen untereinander neun r\u00f6mische Ziffern standen und sagte dazu, diese symbolisierten die Gebote der &#8222;Zigeuner&#8220;, die zu Hochzeiten, Taufen oder dergleichen immer auf die Klus k\u00e4men&#8230;<\/p>\n<p>Abends trafen wir uns und Herr v. Kanne erz\u00e4hlte, da\u00df seine Familie einem alten Femgeschlecht entspringe &#8211; sie hatten auch die alte Femrose im Wappen. Worauf der Oberst meinte, dann m\u00fc\u00dften sie auch einen Schlangenring in der Familie haben, wovon jedoch nichts bekannt war. Am n\u00e4chsten Tag fuhren der Oberst und ich mit unserem Adjutanten nach Berlin zur\u00fcck. Ein paar Tage sp\u00e4ter kam Frau v. Kanne nach Berlin und zeigte mir &#8211; noch ganz erregt &#8211; in einer Streichholzschachtel den &#8211; Schlangenring. Sie wollte ihn dem Oberst zeigen und erz\u00e4hlte mir, da\u00df die Herren am Abend nach dem erw\u00e4hnten Gespr\u00e4ch alle am Kamin bei Kannes zusammensa\u00dfen und von dem Schlangenring sprachen. Darr\u00e9 h\u00e4tte immer wieder darauf gedr\u00e4ngt, in dem Schrank, in dem die Familienerbst\u00fccke und eine Chronik der Kannes aufbewahrt wurden, nachzusehen, ob nicht doch so ein Ring vorhanden war, w\u00e4hrend Kanne jedesmal erwidert h\u00e4tte, das sei ausgeschlossen, er kenne jedes St\u00fcck. Auf Darr\u00e9s Dr\u00e4ngen hat er schlie\u00dflich eine Schatulle mit altem Schmuck herausgeholt, um es zu beweisen. Dabei sei er an einen kleinen, unbekannten Knopf gesto\u00dfen, worauf eine versteckte kleine Schublade aufsprang, in welcher dieser Schlangenring lag! Da\u00df uns dergleichen \u00fcberzeugte, war wohl kein Wunder.<\/p>\n<p>Wiligut soll die These vom germanischen Ursprung des christlichen Kreuzigungsmythos vertreten haben&#8230;<\/p>\n<p>Von Baldur-Krestos und Swanhild-Maria (seiner Schwester &#8211; nicht etwa seiner Mutter!) hat uns der Oberst erz\u00e4hlt, da\u00df dieser dreimal in seinem Leben gekreuzigt worden sei &#8211; das erste Mal schon als junger Mann. Seine Schwester habe ihn jedesmal &#8211; d.h. die beiden ersten Male, als er nur mit Stricken gebunden wurde, befreit und sei mit ihm geflohen. Erst beim dritten Mal, als sie ihn dann angenagelt h\u00e4tten, sei das nicht mehr m\u00f6glich gewesen. &#8212; Und dann waren wir bei der ersten kleinen &#8222;Exkursion&#8220; mit meiner Mutter im H\u00f6dinger Tobel am Bodensee! Dort entdeckten wir eine Kreuzigungsgruppe hinter einem Gitter, wo die &#8222;Sch\u00e4cher&#8220; und Christus in drei verschiedenen Mannesaltern dargestellt waren. In den ersten beiden Szenen schien Christus gebunden &#8211; in der dritten genagelt. Das war f\u00fcr den Oberst eine tolle \u00dcberraschung. F\u00fcr uns auch &#8211; ein Grund mehr, warum ich damals sofort auf sein Angebot, zu ihm zu kommen, einging.<\/p>\n<p>Im Begriff &#8222;H\u00f6dinger Tobel&#8220; scheint der Name &#8222;H\u00f6dur&#8220; anzuklingen. In der Edda wird beschrieben, wie der listige Loki den ahnungslosen, blinden H\u00f6dur zur T\u00f6tung Baldurs verleitet&#8230;<\/p>\n<p>Auf diesen Gedanken bin ich noch gar nicht gekommen. Es w\u00e4re aber durchaus m\u00f6glich, da der H\u00f6dinger Tobel direkt hinter den nach dem Kriege leider wegen der Autostra\u00dfe zerst\u00f6rten Heidenh\u00f6hlen liegt. In der N\u00e4he liegt auch die \u00e4lteste Kapelle aus dem 9. Jahrhundert, an deren Decke die Weltenesche gemalt ist, mit den vier Str\u00f6men, an denen die Hirsche trinken. An der Decke ist auch ein &#8222;Gottesauge&#8220;, mit einem Spiegel versehen, durch den man die ganze Kirche \u00fcbersehen kann (schr\u00e4g \u00fcber dem Altar). Wie weit das alles heute noch vorhanden ist, wei\u00df ich nicht&#8230;<\/p>\n<p>Die Bodenornamentik im Gruppenf\u00fchrersaal der Wewelsburg wird mitunter als Symbol einer zw\u00f6lfstrahligen &#8222;Schwarzen Sonne&#8220; (auch &#8222;Sand\u00e4r&#8220; oder &#8222;Santur&#8220;) gedeutet. Mit dem Mythos der &#8222;Schwarzen Sonne&#8220;, die &#8211; l\u00e4ngst erkaltet &#8211; neben der aktiven Sonne SOL und der passiven\/unsichtbaren Sonne SUN existiere, sollen noch die Skalden des Mittelalters vertraut gewesen sein. Wiligut scheint entsprechende Informationen an Emil R\u00fcdiger weitergegeben zu haben. K\u00f6nnen Sie dazu etwas sagen? K\u00f6nnte Himmler sich mit derlei Fragen besch\u00e4ftigt haben? Ist es m\u00f6glich, da\u00df die Bodenornamentik der Wewelsburg in diesem Sinne zu verstehen ist?<\/p>\n<p>Ein konkreter Zusammenhang der &#8222;Schwarzen Sonne&#8220; mit der Ornamentik des Gruppenf\u00fchrersaales erscheint mir ziemlich unwahrscheinlich. Ich habe bis vor kurzem nie etwas von einer &#8222;Schwarzen Sonne&#8220; geh\u00f6rt, halte diese Theorie f\u00fcr ziemlich eigenartig, um nicht zu sagen &#8222;nebul\u00f6s&#8220;. Wenn die Anregung dazu vom Oberst stammen sollte, w\u00fcrde ich eher sagen, da\u00df die &#8222;12&#8220; mit den Tierkreiszeichen und auch anderen Bedeutungen dieser &#8222;heiligen&#8220; Zahl korrespondiert; man denke nur an den alten Nachtw\u00e4chtersang, z.B. &#8222;Zw\u00f6lf der J\u00fcnger blieben treu&#8230;&#8220;, oder an \u00e4gyptische Zahlenmythologie, mit der sich Emma Schiller (damals noch Emma Delbr\u00fcck), die mit meiner Mutter und dem Oberst befreundet war, lange besch\u00e4ftigte. Dazu eine Begebenheit, die in diesem Zusammenhang direkt Bedeutung bekommt: Wir machten damals mit dem Oberst eine Wanderung auf den Hohentwiel, f\u00fcr den sich der Oberst sehr interessierte, weil es dort eine Reihe vorgeschichtlicher Fundstellen gab. Auf dem Aufstiegsweg fand ich einen auffallenden, halbkreisf\u00f6rmigen Stein, etwa 12 cm breit, 9 cm hoch und 2cm dick. Da dieser offensichtlich Zeichen trug, wies mich der Oberst an, ihn mitzunehmen. Zu Hause habe ich den Stein gereinigt und mit Vaseline &#8222;eingefettet&#8220; &#8211; und da kamen ganz deutlich, gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber das Halbrund verteilt, zw\u00f6lf kleine Kreise hervor, die der Oberst ganz fasziniert als Tierkreiszeichen deutete. Er bat mich, ihm den Stein zu schenken &#8211; was ich nat\u00fcrlich tat, auch wenn es mir sp\u00e4ter leid tat, ihn nicht mehr zu besitzen.<\/p>\n<p>Wie erkl\u00e4ren Sie sich Hermann Wirths hartes, ja vernichtendes Urteil \u00fcber Wiligut? Wirth behauptet u.a., der Oberst h\u00e4tte nur Guido v. List ausgeschlachtet; an Mund schrieb er: &#8222;Lassen Sie den notorischen Schwindler und Hochstapler verschollen und vergessen sein&#8230;&#8220;&#8230;<\/p>\n<p>Wirths erstaunliches Urteil \u00fcber Wiligut hat mich verbl\u00fcfft! Selbst wenn er sp\u00e4ter zu einem solchen Urteil gekommen sein sollte, ist mir das nicht klar. Nach dem Kriege hat er in Marburg, wo wir damals lebten, eine Ausstellung gemacht, die ich nat\u00fcrlich sehen wollte. Ich habe ihn auf unsere alte Bekanntschaft in Berlin bei Wiligut angesprochen, was er zwar etwas zur\u00fcckhaltend, aber beileibe nicht abweisend aufnahm. Ich sprach ihn auch an auf die wohl nachgemachten &#8222;Jul-Leuchter&#8220;, die er ausstellte und von Himmler ja immerhin als Nachbildungen eines ausgegrabenen Leuchters &#8211; ich glaube aus Haithabu &#8211; verschenkt worden waren. \u00dcbrigens haben wir Wirth zwar ob seines ungeheuren Flei\u00dfes bewundert, ihn aber nie ganz ernst genommen&#8230;<\/p>\n<p>NACHBEMERKUNG:<\/p>\n<p>Nach den Recherchen Hans-J\u00fcrgen Langes, dessen Wiligut-Buch im Herbst beim Arun Verlag erscheinen soll, scheint festzustehen, da\u00df Wiligut &#8211; aus naheliegenden Gr\u00fcnden &#8211; versucht hat, seine Biographie zu verschleiern. Offenbar hat er sich Himmler und der SS gegen\u00fcber wiederholt in gewisse Mystifikationen gefl\u00fcchtet. Daf\u00fcr etwa, da\u00df Wiligut Vort\u00e4nzer am \u00f6sterreichischen Kaiserhof gewesen und dadurch mit den Erzherz\u00f6gen vertraut gewesen sei, gebe es, so Lange, keinerlei Anhaltspunkte. Gleiches gilt f\u00fcr Wiliguts Behauptung, seine Frau sei die Tochter des letzten Dogen von Venedig gewesen. Der Hinweis der erkl\u00e4rten NS-Gegnerin Frau Schaefer-Gerdau, Wiligut habe bereits vor dem Ersten Weltkrieg in einem esoterischen Zirkel um die Baronin Thaler (Wien, Westbahnstra\u00dfe 25) verkehrt, den u.a. auch Lanz-Liebenfels, Peryt Shou, Franz Spunda und angeblich sogar Adolf Hitler frequentierten, scheint dagegen nicht ganz abwegig; zumindest scheint eine Mitteilung Frau Baltruschs &#8211; in deren Familiengruft Wiligut die letzte Ruhe fand &#8211; an Rudolf Mund dies zu best\u00e4tigen. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch folgende, zuf\u00e4llig gemachte Entdeckung beim Durchbl\u00e4ttern von Glahns Astrologischem Volkskalender 1929 (Uranus Verlag, Memmingen 1928), der einen recht eigent\u00fcmlichen Beitrag zur Lehre der sog. &#8222;Willenskristalle&#8220; aus der Feder einer Maria Thaller enth\u00e4lt, deren Anschrift mit &#8222;Wien, Westbahnstra\u00dfe 27&#8220; angegeben ist &#8211; und der sowohl inhaltlich als auch durch die Illustrationen stark an das entsprechende Kapitel aus Munds unver\u00f6ffentlichtem Manuskript Fragmente einer verschollenen Religion aus der Wiligut&#8217;schen \u00dcberlieferung erinnert. \u00c4hnliches kann man in Ans\u00e4tzen auch bei Peryt Shou finden, so da\u00df ein gewisser Zusammenhang durchaus als gegeben angenommen werden k\u00f6nnte&#8230;<\/p>\n<p>Frau Winckler, im Rahmen Ihrer T\u00e4tigkeit f\u00fcr Oberst Wiligut im Stab des Reichsf\u00fchrers-SS hatten Sie auch Gelegenheit, Otto Rahn kennenzulernen. Wie ist der Kontakt zustande gekommen?<\/p>\n<p>GW: Als ich Rahns Grals-Buch gelesen hatte, war ich restlos fasziniert, und habe es sofort dem Oberst gegeben, der es an Himmler weiterreichte. Himmler war so interessiert, da\u00df er mich beauftragte, nach Rahn und seinem Ergehen zu forschen. So erfuhr ich, da\u00df es ihm sehr schlecht ging, da\u00df er von Frankreich Einreiseverbot, und sein Verlag ihn entlassen hatte. Das meldete ich Himmler, der ihn unverz\u00fcglich nach Berlin berief. Als Otto Rahn darauf zu uns nach Berlin kam, war ich &#8211; zu meinem Gl\u00fcck &#8211; allein im Hause, so da\u00df wir uns stundenlang \u00fcber seine Forschungen unterhalten konnten. Das war der Beginn unserer sehr engen Freundschaft. Rahn wurde dann in den Stab des Reichsf\u00fchrers berufen, hatte aber seine eigenen Aufgaben und Auftr\u00e4ge von Himmler. Er war fast jeden Abend bei uns in der Grunewalder Villa zu lebhaftesten Gespr\u00e4chen, da auch der Oberst sich f\u00fcr dessen Grals- und Catharerforschungen sehr interessierte. Uniform trug Rahn damals nicht.<\/p>\n<p>Hat sich Wiligut je \u00fcber Rahns Gralsforschung ge\u00e4u\u00dfert?Rahn soll gesagt haben, er w\u00fcrde sein Buch &#8222;ganz anders&#8220; geschrieben haben, h\u00e4tte er den Oberst vor Abfassung des &#8222;Kreuzzugs&#8220; kennengelernt&#8230;<\/p>\n<p>GW: Ich glaube schon, da\u00df Otto Rahn das Buch etwas anders geschrieben h\u00e4tte, wenn er den Oberst fr\u00fcher gekannt h\u00e4tte. Einfach deshalb, weil ihm durch die Gespr\u00e4che manches wohl erst richtig aufgegangen ist, was er &#8211; schlie\u00dflich war er damals kaum 26 Jahre alt &#8211; nur durch seine Forschung zu ahnen glaubte. Als ich in meinem letzten Berliner Halbjahr im Stabsamt von Darr\u00e9 mitarbeitete, lag Rahns Wohnung direkt daneben, so da\u00df wir mittags oft bei ihm kochten und zusammen dikutierten \u00fcber das, was er nachts f\u00fcr sein zweites Buch aufgeschrieben hatte. Urspr\u00fcnglich sollte es ein Buch \u00fcber den verha\u00dften Erzbischof von Marburg, den Beichtvater der Landgr\u00e4fin Elisabeth werden &#8211; dabei kam aber schlie\u00dflich &#8222;Luzifers Hofgesind&#8220; heraus. Im Juli 1937 habe ich geheiratet und bin nach M\u00fcnchen gezogen, wo uns Otto Rahn &#8211; es mu\u00df in der Adventszeit gewesen sein &#8211; besuchte, da er in Dachau seine milit\u00e4rische \u00dcbung machen mu\u00dfte. Dar\u00fcber war er zwar nicht gerade entz\u00fcckt, hat aber nichts von Verbrechen dort erz\u00e4hlt. Wir sahen ihn damals zum ersten Mal in Uniform, was uns sehr belustigte, weil sie zu ihm eigentlich \u00fcberhaupt nicht pa\u00dfte; er war so gar kein &#8222;Uniformmensch&#8220;.<\/p>\n<p>Um Rahns unerwarteten Freitod ranken sich viele Legenden&#8230;<\/p>\n<p>GW: Ob stimmt, was ihm heute untergeschoben wird, zum Beispiel, da\u00df er sich mit Himmler \u00fcberworfen habe, nachdem er die Zust\u00e4nde im KZ und in einem &#8222;Lebensborn&#8220;-Heim erlebt h\u00e4tte, wei\u00df ich nicht. 1938 hat Rahn noch mit Freuden die Patenschaft \u00fcber unseren neugeborenen Sohn \u00fcbernommen. Dann h\u00f6rten wir nichts mehr von ihm, bis die eigenartige Todesanzeige kam, die uns so seltsam unpers\u00f6nlich vorkam, da\u00df wir einen im Stab t\u00e4tigen Freund um Aufkl\u00e4rung baten. Dieser schrieb uns, da\u00df Rahn zweimal als &#8222;Homosexueller&#8220; aufgefallen sei, da\u00df Himmler ihn jedesmal dringend verwarnt h\u00e4tte (aber nichts weiter), bis er dann ein drittes Mal &#8222;erwischt&#8220; worden sei &#8211; offenbar wurde er bespitzelt, wohl von einem Neider. Darauf h\u00e4tte Himmler ihm &#8211; anscheinend schweren Herzens &#8211; befohlen, selbst die Konsequenz zu ziehen, um seine und die Ehre der SS zu retten. Was Rahn mit seinem Freitod ja auch getan hat &#8211; Himmler hat das \u00f6ffentlich anerkannt -, weshalb Rahn auch weiter als SS-Angeh\u00f6riger gef\u00fchrt wurde. Die Tatsache, da\u00df er sich das Consulamentum der Catharer geben lie\u00df, wie berichtet wird, erscheint mir im Zusammenhang mit seinem Freitod \u00fcbrigens kein Widerspruch; f\u00fcr Rahn d\u00fcrfte beides in logischem Zusammenhang gestanden haben&#8230;<\/p>\n<p>Gewissen Ger\u00fcchten zufolge soll Rahn 1939 Wiligut und Himmler zu seiner Hochzeitsfeier eingeladen haben. Wissen Sie etwas dar\u00fcber?<\/p>\n<p>GW: Da\u00df Himmler unter den geschilderten Umst\u00e4nden gl\u00fccklich gewesen w\u00e4re, von Rahn eine Verlobungsanzeige zu bekommen, kann ich mir denken; er hat ihm wohl auch jegliche Hilfe zugesagt. Da\u00df wirklich eine Hochzeit geplant gewesen, und Himmler &#8211; oder gar Wiligut &#8211; eingeladen worden sei, kann ich mir aber nicht vorstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manuskript aus der Schriftenreihe \u201eDas andere Kreuz\u201c &#8211; Schriften f\u00fcr esoterische Forschung, OSTARA, Wien von Rudolf J. Mund Faksimile, ca. 50 Seiten, geheftet, DIN A5 myway schreibt dazu: Anmerkungen Frau Gabriele Winckler-Dechends zu Karl Maria Wiligut, Otto Rahn und der Schwarzen Sonne: Frau Winckler, Sie haben Oberst Wiligut noch pers\u00f6nlich gekannt. \u00dcber welchen Zeitraum waren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"featured_media":13086,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":[],"product_cat":[93],"product_tag":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/wp-json\/wp\/v2\/product\/4653"}],"collection":[{"href":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/wp-json\/wp\/v2\/product"}],"about":[{"href":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/wp-json\/wp\/v2\/types\/product"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4653"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/wp-json\/wp\/v2\/media\/13086"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4653"}],"wp:term":[{"taxonomy":"product_cat","embeddable":true,"href":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/wp-json\/wp\/v2\/product_cat?post=4653"},{"taxonomy":"product_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/andromeda-buecher.de\/buch2\/wp-json\/wp\/v2\/product_tag?post=4653"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}