Gestörte Wahrnehmung – April 2011


Franz Schindler

In Bayern haben linke Kriminelle im letzten Jahr dreimal mehr
Gewalttaten verübt als Rechtsextremisten, das Verhältnis betrug 172 zu
58. Bei der Vorstellung des aktuellen Landes-Verfassungsschutz­berichts
warnte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) davor, „linke
Gewalttäter zu verharmlosen“. Scharf verurteilte er die inzwischen
weithin übliche Praxis, mit Linksextremisten zu paktieren. „Unsere
Gesellschaft muß damit aufhören, Aufrührer, Brandstifter und
Steinewerfer als mögliche Partner bei der Durchsetzung politischer Ziele
zu betrachten“, forderte Herrmann. Der SPD-Abgeordnete Franz Schindler
(Bild) sieht die Sache ganz anders: „Wenn
Staatsminister Herrmann einen besonderen Schwerpunkt bei der
linksextremistischen Gewalt setzt, verharmlost er objektiv den
Rechts­extremismus“, sagte der Vorsitzende des Landtagsausschusses für
Verfassung, Recht, Parlamentsfragen und Verbraucherschutz. Die Zahlen
seien nicht so wichtig, vielmehr solle man doch daran denken, „daß
rechtsextremistisches Gedankengut bis weit in die Mitte der Gesellschaft
hineinreicht, während linksextremistisches Gedankengut isoliert
bleibt“, behauptete der Sozial­demokrat.